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Heinrich Buchmann  Wein-und Genussexperte (IHK)  

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Alkohol im Wein
Wärme, Körper und Tragkraft
Alkohol ist im Wein kein Selbstzweck.
Er ist Träger.
Er trägt Aromen.
Er trägt Textur.
Er trägt Wärme.
Und doch ist er das Element, das am schnellsten aus dem Gleichgewicht geraten kann.
1. Was ist Alkohol im Wein?
Alkohol entsteht während der alkoholischen Gärung.
Hefe wandelt Zucker in:
Ethanol


  • Kohlendioxid

Wärme


  • Aromavorstufen

um.
Je höher der natürliche Zuckergehalt der Trauben, desto höher das potenzielle Alkoholniveau.
Typische Werte:
Leichter Weißwein: 11–12 % vol


  • Klassischer Rotwein: 12,5–14 % vol

Kraftvolle Stilistik: 14,5–15,5 % vol


  • Likörwein: deutlich darüber

Alkohol ist also das Ergebnis von Reife.
2. Wie wirkt Alkohol sensorisch?
Alkohol schmeckt nicht direkt „nach Alkohol“ –
aber er wirkt.
Er erzeugt:
Wärme im Abgang


  • Viskosität

Fülle


  • Süßeeindruck (indirekt)

Er beeinflusst:
Mundgefühl


  • Textur

Länge
Ein höherer Alkoholgehalt kann:
weich wirken


  • rund erscheinen

üppig erscheinen
Oder – wenn unausgewogen:
brennend


  • schwer

dominant
3. Alkohol und Körper
Alkohol ist maßgeblich am Körpergefühl beteiligt.
Man spricht von:
leicht
mittelgewichtig
vollmundig
Ein 11 %-Wein wirkt schlank.
Ein 15 %-Wein wirkt massiv.
Doch Körper entsteht nicht nur durch Alkohol.
Er braucht:
Extrakt
Glycerin
Dichte
Alkohol allein macht noch keinen großen Wein.
4. Alkohol und Balance
Alkohol steht im direkten Verhältnis zu:
Säure
Tannin
Extrakt
Hoher Alkohol + niedrige Säure → schwer
Hoher Alkohol + hohe Säure → kraftvoll, aber lebendig
Hoher Alkohol + reifes Tannin → strukturiert
Die größte Gefahr:
Überreife.
Wenn Zucker extrem ansteigt, steigt der Alkohol.
Doch Säure sinkt.
Spannung geht verloren.
Deshalb ist der Zeitpunkt der Lese entscheidend.
5. Klimawandel und Alkohol
Ein sensibles Thema.
Steigende Temperaturen führen zu:
höherem Zuckergehalt
früherer Reife
höherem Alkohol
Viele Winzer reagieren mit:
früherer Lese
angepasstem Laubmanagement
Auswahl kühlerer Lagen
alkoholreduzierenden Verfahren
Die Frage lautet heute nicht mehr:
Wie viel Alkohol ist normal?
Sondern:
Wie bleibt der Wein im Gleichgewicht?
6. Alkohol im Kontext verschiedener Stile
Kühle Regionen (Mosel, Loire)
Niedriger Alkohol, hohe Spannung
Mittelmeerraum
Reifere Frucht, höherer Alkohol
Naturwein
Manchmal moderater Alkohol durch frühere Lese
Orange Wine
Alkohol wirkt hier stärker strukturell durch Maischekontakt
7. Alkohol und Lagerfähigkeit
Alkohol wirkt konservierend.
Doch allein reicht er nicht.
Ein lagerfähiger Wein braucht:


  • Säure
  • Tannin
    Struktur
    Alkohol unterstützt.
    Er trägt.
    Er stabilisiert.
    Aber er ersetzt keine Balance.
    Der Weinflüsterer-Moment
    Wenn Wärme nicht brennt
    Es gibt Weine, die wärmen.
    Und es gibt Weine, die brennen.
    Der Unterschied ist Balance.
    Wenn Alkohol eingebunden ist,
    spürt man ihn nicht als Stärke –
    sondern als Tragkraft.
    Er verleiht Fülle, ohne zu dominieren.
    Er gibt Tiefe, ohne zu beschweren.
    Dann ist Alkohol kein Vordergrund.
    Sondern Fundament.
    Und genau dann wirkt ein Wein kraftvoll –
    aber niemals schwer.

Bitte besuchen Sie diese Seite bald wieder. Vielen Dank für ihr Interesse!

 
 
 
 
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