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Heinrich Buchmann  Wein-und Genussexperte (IHK)  

Steiermark


Die Steiermark – Eine Landschaft, die sich umarmt


Hier geht es nicht um Höhenmeter und Bodenanalysen. 
Hier geht es um ein Gefühl. 
Es ist das Gefühl, wenn du auf einem dieser grünen Riesen stehst und das Land sich vor dir ausbreitet – 
nicht flach, sondern in einer sanften, gewaltigen Umarmung. 
Die Hügel sind keine Hindernisse, sie sind Wiegen. Sie wiegen die Dörfer, die Weingärten, die Menschen in einer fast mütterlichen Gelassenheit.


Die Menschen: Zwischen Herz und Stachel
Die Steirer sind keine großen Redner. Ihre Sprache ist knapp, oft trocken, manchmal mit einem Stachel versehen – 
wie der Sauvignon Blanc, der hier wächst. 
Aber unter dieser Schale schlägt ein warmes, weites Herz. 
Das spürst du in den Buschenschanken. Es geht nicht um Protz oder Etikette. Es geht um Gemütlichkeit, 
die nicht aufgesetzt ist, sondern aus der Tiefe des gemeinsamen Schaffens kommt. 
Der Winzer bringt dir seinen Wein, und in diesem Glas bringt er dir sein Jahr, seine Mühe, seinen Stolz – 
und fragt dich mit einem Blick, ob du es schmeckst.


Die Liebe: Eine sture, stolze Zuneigung
Die Liebe der Steirer zu ihrem Land ist keine Postkarten-Romantik. 
Sie ist stur und handfest. Es ist die Liebe zu jedem steilen Hang, den der Großvater noch mit der Hand gegraben hat. 
Zu dem Opok-Boden, der an den Schuhen klebt und unter den Fingernägeln bleibt. 
Es ist ein fast trotziger Stolz auf das, was man hier, gegen die Schwerkraft und das Wetter, erschafft. 
Dieser Wein ist kein Produkt. Er ist ein Beweis. Ein Beweis dafür, dass Schönheit Arbeit ist. Dass Mühe schmeckt.
Und dieser Beweis wird heute neu geführt. 
Eine junge Garde von Winzern, vereint in Vereinigungen wie 'Sieme', übersetzt den alten, 
stolzen Trotz in eine neue Sprache: bio-dynamische Präzision, experimentierfreudige Kellerarbeit und den mutigen Dialog darüber, 
wie die steirische Weinzukunft schmecken soll. Die Wurzeln bleiben im Opok, die Gedanken fliegen weit.


Die Melancholie der Grenze
Und dann ist da diese besondere Südländische Weite, die im Dialekt mitschwingt, in den Gesichtern, in der Küche. 
Die Nähe zu Slowenien und Kroatien ist nicht nur geografisch. 
Sie ist eine stimmungsvolle Grenzenlosigkeit. Sie schenkt eine gewisse Melancholie, eine Sehnsucht, die in der Luft liegt – 
und gleichzeitig eine herzliche, südliche Gastfreundschaft. 
Es ist, als ob die Sonne hier nicht nur auf die Trauben, sondern auch auf die Seelen länger und wärmer scheint. 
Es ist das Gefühl, am Rand von etwas Großem zu stehen, und doch zutiefst verwurzelt im eigenen, kleinen, perfekten Stück Welt zu sein.


Das Gefühl im Glas
Wenn du also einen steirischen Wein trinkst – einen von Regele vom Ewitsch – dann trinkst du all das:
· Die stille Zuneigung eines Winzers zu seinem unbequemen Hang.
· Den trockenen Humor einer Kultur, die weiß, dass nichts geschenkt wird.
· Die grüne, umarmende Weite der Hügel.
· Und den warmen, südlichen Hauch der Grenznähe, der alles weicher, melancholischer, sehnsüchtiger macht.


Es ist kein Wein, den man einfach hinunterschlückt. 
Es ist ein Gefühl, das man schluckt. Ein Gefühl von Heimat, die gleichzeitig eng und weit ist. 
Von Stolz, der sich nicht zeigen muss. Von einer Schönheit, die man sich verdient hat.
Das ist die Steiermark. Nicht eine Region. Ein Gemütszustand.


Die Steiermark: Die Fakten hinter dem Gefühl


Die drei steirischen Weinbaugebitte (DAC)
Die Steiermark gliedert sich in drei distinkte, geschützte Herkunftsregionen (DAC), 
die sich in Klima, Höhenlage und Stil fundamental unterscheiden:
1. Südsteiermark DAC: Das Herz der grünen, steilen Hügellandschaft. 
Hier entstehen die archetypischen, frisch-säurebetonten und kräuterig-mineralischen Weißweine, 
für die die Steiermark weltberühmt ist. Das Klima ist alpin-mediterran, 
die Böden sind dominiert von Opok (Kalkmergel) und Schist (Schiefer). 
Das ist die Heimat der meisten Spitzenweingüter, darunter Weingut Regele in Ehrenhausen.
2. Vulkanland Steiermark DAC (ehem. Südoststeiermark): 
Geprägt von erloschenen Vulkanen. 
Die Böden aus Basalt, Tuff und vulkanischem Verwitterungsgestein verleihen den Weinen eine würzig-rauchige, 
oft pfeffrige Note und eine dichte Mineralität. Die Weine sind tendenziell etwas kraftvoller und erdiger als in der Südsteiermark.
3. Weststeiermark DAC: Die fast ausschließliche Heimat des Schilchers. 
Dieser einzigartige Roséwein wird von der roten Rebsorte Blauer Wildbacher gekeltert 
und ist bekannt für seine hellrubinrote Farbe, seine intensive Erdbeer- und Himbeernote und seine rassige, beissende Säure. 
Ein unverwechselbares Kulturgut.


Die wichtigsten Rebsorten & ihre Charaktere
Die Steiermark ist primär ein Weißweinland. 

Die Säure ist der gemeinsame Nenner, der Ausdruck variiert je nach Sorte und Gebiet:
· Sauvignon Blanc (Steirische Kassifikation): 
Die Flagshipsorte der Südsteiermark. Stil: 
Nicht tropisch, sondern kräuterig (Brennnessel, Petersilie), mit Noten von schwarzem Johannisbeerblatt, 
gekochten Bohnen und einer markanten salzig-mineralischen Komponente. Strahlende Säure.
· Morillon (Chardonnay): 
Der elegante Kontrapunkt. Steirischer Morillon ist schlank, nervös und mineralisch. 
Aromen von weißem Pfirsich, grünem Apfel, Zitrus und einer deutlichen Salznote. 
Selten im Holz ausgebaut, stets frisch und fokussiert.
· Gelber Muskateller: Die aromatische Spezialität. 
Duftet intensiv nach Akazienblüten, Rosen, Orat und Gewürzen. 
Am Gaumen trocken, mit einer charakteristischen bitteren Mandelnote im Abgang und belebender Säure.
· Welschriesling: 
Der alltagstaugliche, unkomplizierte Freund. Liefert saftige, fruchtbetonte (Apfel, Zitrone), 
direkte und unglaublich trinkfreudige Weine mit milder Säure.
· Blauer Wildbacher: Exklusiv für den Weststeiermark DAC Schilcher. 
Erzeugt keinen Rotwein, sondern den charakteristischen, hellen Rosé mit scharfer, 
beissender Säure und intensivem roten Beerenduft (Erdbeere, Himbeere, Hagebutte).


Das steirische DAC-System: Klassik vs. Ortswein
Um die Vielfalt zu strukturieren, gibt es zwei Qualitätsstufen:
1. DAC Klassik: Der "typische" Stil der Region. 
Fruchtbetont, frisch, zugänglich und jung zu trinken. 
Muss sortenrein sein (z.B. Südsteiermark DAC Klassik Sauvignon Blanc).
2. DAC Gebietswein / Ortswein: 
Repräsentiert die komplexere, individuellere Seite. 
Längere Reife, mehr Struktur und Mineralität. 
Kann auch Cuvées (Verschnitte) umfassen (z.B. Südsteiermark DAC Ried Sausal).


Kernfakten im Überblick
· Klima: Alpin-mediterran (warme Tage, kühle Nächte, ausreichend Regen).
· Böden: Opok (Kalkmergel), Schiefer, vulkanisches Gestein, Sand.
· Prägung: Die steilen Lagen und das kühle Klima garantieren die hohe, belebende Säure, 
die allen steirischen Weinen ihre Frische und Spannung verleiht.
· Philosophie: Konzentration auf Weißweine und Rosé von höchster Präzision, Transparenz und mineralischer Tiefe. 
Terroir-Expression steht über rein fruchtbetonter Kraft.


Die Steiermark beweist: 
Größe misst sich nicht an Fläche, sondern an der Intensität des 
Gefühls und der unverwechselbaren Prägung, die in jede Flasche eingeschlossen ist.


 
 
 
 
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